Steinrode mit den Ortsteilen Werningerode und Epschenrode
Steinrode mit den Ortsteilen Werningerode und Epschenrode

Geschichte

Die beiden Orte Epschenrode und Werningerode wurden im Rahmen der Gebietsreform 1950, der Neuformierung des damaligen Kreises Worbis, zur Gemeinde Steinrode zusammengeschlossen. Während dieser Zeit wurden auch die Namen der Ortsteile geändert in Steinrode I (heute Werningerode) und Steinrode II (heute Epschenrode). Erst mit dem Ende der DDR und der deutschen Wiedervereinigung wurden die Namen der Ortsteile wieder offiziell eingeführt. Seit dem 1. Dezember 2011 gehört die Ortschaft Steinrode mit den beiden Ortsteilen Epschenrode und Werningerode zur Gemeinde Sonnenstein.

Heute zwar dem Landkreis Eichsfeld angehörig, gehören die Orte nicht dem historischen Eichsfeld an.

Die eigentliche Geschichte beider Dörfer begann schon einige hundert Jahre vor ihrer Zusammenlegung. Die Rodedörfer der Umgebung stammen aus dem 10.-12. Jahrhundert. Der Name bezieht sich auf Rodungen von bewaldeten Gebieten. Zwischen Werningerode und Epschenrode zieht sich die Gaugrenze zwischen dem alten Helmegau und dem und dem Ohmfeldgau.

Die Ersterwähnung von Epschenrode geht auf ein Schriftstück von Kaiser  Otto I. aus dem Jahre 973 zurück. Mit den Orten Großbodungen, Wallrode, Kraja und Hauröden entstand zum Ausgang des Mittelalters das Amt Großbodungen, welches bis zu Beginn des 17. Jh. sächsisches Lehen blieb. 1632 erhielten die Grafen von Schwarzburg und Stolberg als Erben der Hohensteiner Grafen das Amt endgültig. 1676 bekamen die Grafen von Schwarzburg das Dorf Epschenrode mit dem Amt Großbodungen. 1816 traten die Grafen von Schwarzburg das Amt an Preußen ab. Hieraus resultiert die Zugehörigkeit des Ortes zum Landkreis Nordhausen.

Der Ort Werningerode ist in früheren Zeiten wahrscheinlich von geringer Bedeutung gewesen. Erste Erwähnungen finden sich im 13. Jh. Die erste Ansiedlung wird wohl von einem Manne namens Werner an der Stelle gemacht worden sein, an sich ehemals das Gutsgebäude (später königliche Försterei) befand. Um dieses Haus hat sich dann nach und nach die Ortschaft gebildet. Man kann davon ausgehen, dass fast alle Einwohner dem Gute dienstverpflichtet waren und ihren Grundbesitz von hier erhalten haben. Das Gut war auch der Ausgangspunkt für die Gründung einer Kirche, der Pfarrei und einer Schule. Besitzer des Gutes ist vermutlich bis 1521 ein Christoph Aldendorf gewesen. An seine Stelle trat der Freiherr Hans von Werther, genannt der "Reiche". Hans von Werther kaufte urkundlich von Aldendorf die Hälfte von Werningerode, nachdem die Herren von Werther schon seit 1450 hier Zinsen oder Güter, wohl als Zubehör zum Burglehn Klettenberg besessen hatten. Zu jener Hälfte wird wohl vor allem das Rittergut gehört haben. Das Rittergut ist dann bis 1859 im Besitz der Familie von Werther gewesen.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich beide Dörfer parallel zueinander. Jedes Dorf errichtete seine eigene Kirche und verfügte auch über ein eigenes Schulgebäude. Auch die Feuerwehraufgaben wurden getrennt wahrgenommen.

Es gab "fette und magere" Jahre. Die Ortschroniken weisen keine außerordentlichen Ereignisse aus. Die Dorfbevölkerung lebte in relativ bescheidenen Verhältnissen. Vielfach waren die jungen Männer gezwungen, sich als Soldaten zu verdingen, um so einen, wenn auch geringen Beitrag zum Unterhalt der Familie zu leisten. Arbeiten an Vorhaben, die die gesamte Gemeinde betrafen, wurden auch gemeinschaftlich ausgeführt. Aber auch von Mordtaten und Selbstmorden berichten die Ortschroniken.

Am 5. April 1945, also etwa einen Monat vor der bedingungslosen Kapitulation wurde Werningerode kampflos von amerikanischen Truppen besetzt. Da die Amerikaner bei der Besetzung von Epschenrode auf den Widerstand  einer sich in der Nähe befindlichen deutschen Einheit gestoßen sind, wurde der Ort beschossen. Epschenrode wurde dabei zu fast einem Drittel zerstört. Ein Einwohner fand hierbei den Tod. Der entstandene Sachschaden wird mit ca. 200.000 Mark beziffert. Im Herbst 1945 zog sich die amerikanische Armee au Werningerode, Epschenrode und weiteren Orten der Region zurück. Die Orte wurden der sowjetischen Besatzungszone zugeordnet. Nach Beendigung der II. Weltkrieges wurden in beiden Dörfern Flüchtlinge und Heimatvertriebene untergebracht. Viele von ihnen verließen die Orte nach einiger Zeit. Einige sind aber auch geblieben und wurden in das Dorfleben integriert.

Lage

Landschaftlich präsentieren sich die beiden Ortsteile, trotz der räumlichen Nähe, sehr unterschiedlich.

Das auf der Nordseite des Steinberges gelegene Epschenrode ist kleiner als Werningerode. Der Ortsteil ist im Helmetal gelegen, das sich von Stöckey (hier entspringt die Helme) bis hin zur "Goldenen Aue erstreckt. Epschenrode ist von weitläufigen Wiesen und Feldern umgeben und lässt auch noch heute durch eine Reihe  von 3- und 4- Seitengehöften die typische Struktur einer von der Landwirtschaft geprägten Ansiedlung erkennen.

Werningerode erstreckt sich in dem von Nordwest nach Südost verlaufenden, relativ breiten Tal des Wiesengrabens. Der Ort ist umgeben vom Hühnerberg im Norden, dem Steinberg im Osten und dem Bauernberg im  Südosten , dem Bodunger Berg im Süden bzw. Südwesten und dem Buchberg im Westen. Lediglich in südöstlicher Richtung ist das schmaler werdende Tal geöffnet. Mit Ausnahme des Hühnerberges sind alle umgebenden Hügel bewaldet. Vom Hühnerberg aus bietet sich eine herrliche Aussicht in das Südharzgebiet bis zur Goldenen Aue und zu den Südhängen des Harzes. Bei guter Sicht ist der 1147 m hohe Blocksberg (Brocken) deutlich zu erkennen.

Sehenswürdigkeiten

  • Ein Naturdenkmal finden Sie am Hochbehälter östlich von Werningerode. Die Stieleiche hat einen Stammumfang von 4,5 m. Sie wurde 2001 unter Schutz gestellt.
  • Sehenswert ist die 1000-jährige Kirche "St. Jacobi" in Epschenrode mit dem restaurierten Altarbild aus der Zeit um 1430 ("fränkische Schule") und dem Taufengel.
  • altes Forsthaus in Werningerode
  • Gangloff Teich am Fuße des Buchberges

Einige der Sehenswürdigkeiten der Umgebung stehen im Zusammenhang mit historischen Ereignissen oder es ranken sich Legenden um diese Plätze:

Gesundbrunnen

Die Gegend um Steinrode hat ein vorzügliches Wasser. Das beste Wasser aber liefert der Gesundbrunnen, welcher östlich von Werningerode liegt. An einem niedrigen, mit Eichen und Buchen bewachsenen Hügel tritt er aus dem Gestein hervor. Im Volksmund trägt er den Namen "Steinbrunnen". Bei Unwohlsein tranken die Bewohner der Umgebung davon. 1844 weihte ein Pfarrer die neu überbaute Quelle ein, denn der frühere Überbau war längst zerfallen. Seit 1850 findet dort alljährlich das traditionelle Himmelfahrtstreffen statt, das mit einem evangelischen Gottesdienst eröffnet wird.

Glockenbrunnen

Der Glockenbrunnen liegt westlich von Werningerode in einem Waldstück, welches den Namen "Knick" trägt. Eine Sage erzählt, dass nach dem 30-jährigen Krieg ein Mädchen mit seinen Schweinen, die früher dort gehütet wurden, sah, wie eines der Tiere im nassen Erdreich wühlte und etwas Glänzendes bewegte. Die Hirtin holte Hilfe und es wurde mit gemeinsamer Kraft eine Glocke gehoben. Die Sage erzählt weiter, dass dort einmal ein Dorf gestanden haben soll, welchen den Namen "Liebesdorf" trug. Da die Einwohner der Pest zum Opfer fielen, wurde es dem Erdboden gleichgemacht. Die Glocke, die dort von den Schweinen gefunden wurde, könnte von diesem Ort stammen. Die Quelle, die Dort aus dem Erdreich hervortritt, hat wegen des Glockenfundes den Namen "Glockenbrunnen" erhalten.

Pferdekopf (Denkmal am Waldrand vom Buchberg mit tollem Ausblick zum Harz)

Der Pferdekopf, der in westlicher Richtung von Werningerode liegt, soll seinen Namen aus der Zeit Napoleons haben. Die Legende erzählt, dass dort bei einem Feldzug ein Reiter mit seinem Pferd den Tod fand und beerdigt wurde. Zum Gedenken stellte man einen Stein auf, der die Form eines Pferdekopfes hat. In direkter Nähe zum Pferdekopfdenkmal steht eine Hütte, die Wanderern Schutz bietet.

Soldaten-Gedenkstein

In Richtung Bischofferode vorbei am Waldstück "Reichsdorf" steht ein Gedenkstein. Laut der Inschrift des Steines wurde er zum Gedenken an einen im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten errichtet, der dort seinen ersten Rehbock schoss.

Schenkeberg

Der Schenkeberg liegt auf der Höhe zwischen den Orten Werningerode und Epschenrode. Von ihm aus hat man einen herrlichen Blick über das Vorland und die Berge des Harzes. Am Fuße des Schenkenberges standen seit dem frühen 18. Jahrhundert ein Bauerngehöft und eine Gastwirtschaft, was Rückschlüsse auf den Namen zulässt

Bauerberg

Dieser Berg, der den Bauern von Epschenrode, Werningerode, Trebra und Kleinbodungen gehörte und wohl daher seinen Namen hat, ist 1000 Fuß hoch. Viele meinen auch, er hätte seinen Namen daher, dass im Bauernkrieg nach der Zerstörung des Klosters "Walkenried" die Eichsfelder Bauern einige Zeit dort lagerten um ihre Beute zu verzehren. Aber diese Behauptung, so wahscheinlich sie auch klingen mag, ist irrig, da der Berg schon vor dem Bauernkrieg diesen Namen trug. Es kann aber auch sein, dass er ihn von Donargott "Pavon" führt und Anfangs "Pavonsberg" hieß aus dem im Laufe der Jahre "Bauerberg" wurde. Früher wurde alljährlich Himmelfahrt dort gefeiert. 1850 wurde dieses Fest zum Gesundbrunnen verlegt.

Weiteres in Steinrode

OT Werningerode:

  • Bäckerei
  • Spielplatz im OT

OT Epschenrode:

  • Bauernladen
  • Spielplatz im OT

Weiter Informationen aus der Ortschaft Steinrode erhalten Sie auf der privat betriebenen Internetseite www.steinrode.info

Wandermöglichkeiten

Die Wanderwege in und um Steinrode bieten wunderschöne Weitblicke und ermöglichen malerische Kulissen zu jeder Jahreszeit. In Werningerode ist ein Kinderwanderweg angelegt worden (Beginn bei der ehemaligen Försterei). Bei einer Wanderung durch die Gemarkung von Steinrode, welche Höhen von 215 bis 367 m über dem Meeresspiegel aufweist, kann man die Verschiedenartigkeit dieser Gegend kennenlernen.

Sowohl in Epschenrode, als auch in Werningerode stehen Schautafeln mit einer Umgebungskarte und weiteren Informationen zu den Wanderzielen der Region.

Ortschaftsbürgermeister

Holger Palau
Die Sprechzeiten entnehmen Sie bitte den Aushängen.
Tel.: 036077/93784 (privat)
E-Mail: H.Palau@t-online.de